Katzenallergenen
kann man nicht entkommen
Katzenallergene
finden sich in Schulen in so hoher Konzentration, dass Schüler,
die nie oder nur selten Kontakt mit Katzen haben, an einer
Katzenallergie erkranken können. Das ergab eine Untersuchung
unter der Leitung von Dr. Joachim Heinrich vom
GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in Neuherberg
an 1.900 Schulkindern. Die meisten Kinder (62 Prozent), bei
denen die Forscher einen positiven Allerige-Test auf
Katzenallergene feststellten, waren bisher nie oder nur sehr
selten mit Katzen in Berührung gekommen. Da man den
Katzenallergenen nicht entkommen kann, reicht es nicht aus,
Katzen aus der Wohnung zu verbannen, wenn bereits allergische
Symptome bestehen.
Katzenallergiker
reagieren auf bestimmte Eiweiße im Speichel der Katzen mit
Niesanfällen, Augenjucken und Atemnot. Die Tiere verteilen
die Allergieauslöser durch eifriges Putzen auf ihr Fell. Die
allergenbelasteten Haare werden von den Katzenbesitzern an
alle möglichen Orte getragen, auch an solche, an denen noch
nie eine Katze war. Die Wahrscheinlichkeit, sich mit
Katzenallergenen zu sensibilisieren, war in der Untersuchung
des GSF-Forschungszentrums tatsächlich bei den Kindern
besonders hoch, die viele Katzenhalter als Mitschüler hatten.
Im Schulstaub um die Schreibpulte von Kindern, die mit einer
Katze zusammenleben, wurden sehr hohe Konzentrationen an
Katzenallergenen gefunden.
Immuntherapie
hilft langfristig bei einer Allergie auf Katzen
Katzenallergiker
sollten auf keinen Fall selbst eine Katze halten, damit die
Allergenbelastung in der Wohnung möglichst gering bleibt.
Es genügt auch nicht die eigene Katze abzuschaffen. Da die
Patienten durch Freunde, Schulkameraden und Kollegen, die
Katzen zu Hause haben, ständig mit dem Allergieauslöser in
Kontakt bleiben, muss die Allergie ärztlich behandelt werden.
Bei Verdacht auf eine Katzenallergie sollte ein allergologisch
ausgebildeter Facharzt aufgesucht werden. Durch eine spezifische
Immuntherapie mit molekular standardisierten Allergen-Präparaten
kann die Allergie langfristig gebessert oder sogar geheilt
werden. Die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung)
lässt das Immunsystem wieder toleranter gegenüber den Allergieauslösern
werden und kann außerdem vor Asthma schützen. Der Asthmaschutz
durch Immuntherapie ist für Katzenallergiker besonders wichtig:
Der Kinderarzt Professor Bruce Lanphear aus Cincinnati (USA)
hat in einer Untersuchung an über 8.000 Kindern festgestellt,
dass bei Kindern mit einer Tierhaar-Allergie das Asthmarisiko
um das 24-fache erhöht ist.
|