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Hundehaarallergien sind nicht immer leicht und eindeutig nachzuweisen.

 

Von Dr. med. Jochen Kubitschek

 

Seit Jahren wird auch in Deutschland eine Zunahme allergischer Erkrankungen beklagt. Derzeit gehen Experten davon aus, dass beispielsweise bis zu 16% der Erwachsenen eine Hundehaarallergie haben. Allergologen ist in der Vergangenheit aufgefallen, dass in einigen Fällen zwar aus der Vorgeschichte eine eindeutige Hundehaarallergie abgeleitet, dass diese aber mit kommerziellen Testsubstanzen nicht nachgewiesen werden kann. In einigen Fällen fehlt den Hunden sogar das weithin als Leit-Hauptallergen angesehene Protein Can f1. 

Die einzige kausale Therapie einer Allergie besteht heute in der Durchführung der subkutanen spezifischen Immuntherapie (SIT). In letzter Zeit mehren sich die Hinweise, dass in ausgewählten Fällen auch eine sublinguale Immuntherapie (SLIT) helfen kann. Voraussetzung einer solchen doch recht aufwendigen Therapie ist allerdings eine hieb- und stichfeste Diagnose. Doch gerade die Diagnose Hundehaarallergie ist nicht immer ganz einfach zu stellen, da die kommerziell verfügbaren Testsubstanzen gelegentlich versagen. Dieses Versagen beruht nicht etwa auf einer mangelhaften Sorgfalt bei der Produktion dieser Allergene, sondern vielmehr auf der ausgesprochen individuellen Struktur der die Allergie auslösenden Hundehaar-Allergene.  

Jetzt publizierte Dr.Astrid Heutelbeck von der Abteilung für Arbeits- und Sozialmedizin der Universität Göttingen im Zusammenhang mit diesem Phänomen weitere Einzelheiten.  Ausführliche, an männlichen und weiblichen Tieren von 34 Rassen durchgeführte Test zeigten, dass es keine rassetypischen Allergenmuster gibt. Ein Mensch kann daher durchaus gegen Dackel Waldi allergisch sein, während er in Gegenwart von Dackel Raudel keine entsprechenden Symptome bemerkt. Jeder Hund produziert quasi eine individuelle Allergenmischung. Diese Vielfalt können kommerzielle Extrakte natürlich nicht widerspiegeln. 

Was ist nun in diesen unklaren Fällen zu tun? 

Experten raten zur Herstellung eines auf den individuellen Hundes abgestimmten Allergenextrakts. Zu diesem Zweck werden dem in Verdacht geratenen Hund einige Haare dicht an der Haut abgeschnitten. In Kochsalzlösung eingelegt, erhält man nach einiger Zeit eine Lösung, die die individuellen Allergene enthält. Diese werden dann bei einem der üblichen Hauttests angewandt. Versagt auch dieser individuell produzierte Allergietest, so ist eine Hundehaarallergie extrem unwahrscheinlich.

 

 

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